Rechtsprechung
Update: Samstag, 14 Januar, 2012 16:55

 

Arbeitgeber muss Kosten für "Burnout-Seminar" tragen

aus arbeitsrecht.de, 23.08.2011
Für die Erforderlichkeit der Teilnahme an einer Schulung zum Thema "Burnout" ist es ausreichend, wenn der Betriebsrat darauf verweisen kann, dass ihn Beschäftigte mehrfach auf eine bestehende Überforderungssituation angesprochen haben.
ArbG Essen, Beschluss vom 30.06.2011 - 3 BV 29/11.
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Speicherung privater Daten auf Firmen-PC

aus arbeitsrecht.de, 02.08.2011
Die Speicherung von Firmendaten auf einer privaten Festplatte oder umgekehrt privater Daten auf einem Firmen-PC ist nur dann für eine fristlose Kündigung geeignet, wenn darin ein besonders schwerwiegendes Fehlverhalten zu sehen ist.
BAG, Urteil vom 24.03.2011 - 2 AZR 282/10.
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Sony Bewerbung: Diskriminierung einer schwangeren Mitarbeiterin

aus rechtsindex.de, 01.08.2011
Die Entscheidung bei einer Beförderung fiel auf einen Mann und nicht auf die schwangere Mitarbeiterin. Sie solle sich doch auf ihr Kind freuen, wurde bei der Ablehnung geäußert. Es spreche eine Vermutung dafür, dass die Arbeitnehmerin wegen ihrer Schwangerschaft nicht befördert worden sei, so das Gericht.
LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28. Juni 2011 – 3 Sa 917/11.
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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte schützt Freiheit der Meinungsäußerung von Arbeitnehmern

aus datev.de, 21.07.2011
In seinem am 21.07.2011 verkündeten Kammerurteil im Verfahren Heinisch gegen Deutschland (Beschwerdenummer 28274/08), das noch nicht rechtskräftig ist, stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einstimmig fest, dass eine Verletzung von Artikel 10 (Freiheit der Meinungsäußerung) der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vorlag.
EGMR, Pressemitteilung vom 21.07.2011 zur Beschwerde 28274/08.
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Berechnung der insolvenzgeschützten Anwartschaften ist nicht diskriminierend

aus arbeitsrecht.de, 20.07.2011
Es verstößt nicht gegen das unionsrechtliche Verbot der Altersdiskriminierung, wenn der deutsche Gesetzgeber die Höhe der insolvenzgeschützten Betriebsrentenanwartschaften zeitratierlich berechnet, da die Mitgliedstaaten bei der Ausgestaltung der Berechnung einen weiten Ermessensspielraum haben.
BAG, Urteil vom 19.07.2011 - 3 AZR 434/09.
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AGB-Kontrolle einer Arbeitszeitregelung

aus arbeitsrecht.de, 21.06.2011
Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen können den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen, wenn sie nicht klar und verständlich sind. Ist eine Klausel deshalb unwirksam, kann eine tarifvertragliche Regelung an ihre Stelle treten.
BAG, Urteil vom 21.06.2011 - 9 AZR 236/10.
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Frührenten können Frauen diskriminieren

aus arbeitsrecht.de, 21.06.2011
Endet nach einer Vorruhestandsvereinbarung der Anspruch auf betriebliche Leistungen mit dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Renteneintritts, folgt hieraus für männliche Arbeitnehmer eine drei Jahre längere Bezugsdauer als für Frauen. Das ist laut Bundesarbeitsgericht diskriminierend.
BAG, Urteil vom 15.02.2011 - 9 AZR 750/09.
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Schwerbehinderte: Bei Ausgleichsabgabe zählen ins Ausland Verliehene mit

aus arbeitsrecht.de, 21.06.2011
Bei der Ermittlung der Anzahl der vorhandenen Pflichtarbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen und der daran anknüpfenden Ausgleichsabgabe ist alleine maßgeblich, ob im Inland Beschäftigungsverhältnisse begründet werden. Dem gegenüber ist der Ort der tatsächlichen Verrichtung der Arbeit irrelevant.
LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 10.03.2011 - L 16 (1) AL 21/09.
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Sozialplanabfindung bei Bezug einer Erwerbsminderungsrente

aus Bundesarbeitsgericht, 07.06.2011
Arbeitgeber und Betriebsrat können in einem Sozialplan vereinbaren, dass solche Arbeitnehmer keine Abfindung erhalten, die wegen des Bezugs einer befristeten vollen Erwerbsminderungsrente nicht beschäftigt sind und bei denen damit zu rechnen ist, dass ihre Arbeitsunfähigkeit auf nicht absehbare Zeit fortbesteht.
BAG, Urteil vom 07.06.2011 - 1 AZR 34/10.

 

BSG-Urteil: Krankenkassen leisten auch für Rollstuhl-Bikes

aus Blog Hackenberger & Co, 07.06.2011
In zwei aktuellen Urteilen hat das Bundessozialgericht entschieden, dass Behinderten auch Rollstuhl-Bikes zu gewähren sind, wenn sie sich in der nahen Umgebung der Wohnung nicht anders angemessen fortbewegen können. Anders als die Vorinstanzen setzt das Gericht kein feste km-Nahbereichsgrenze fest.
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Weiterer wichtiger BAG Beschluss für die SBV und Schwerbehinderte Beschäftigte

aus Blog Hackenberger & Co, 06.06.2011
Mit diesem neuen Beschluss des BAG werden deren Rechte erneut gestärkt bzw. die Pflichten des AG bekräftigt. Es bedarf hier dann aber zur Umsetzung die Unterstützung des BR. Der Betriebsrat kann verlangen, dass Arbeitsplätze, die besetzt werden sollen, allgemein oder für bestimmte Arten von Tätigkeiten vor ihrer Besetzung innerhalb des Betriebs ausgeschrieben werden.
BAG, Beschluß vom 01.02.2011 - 1 ABR 79/09.
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Bundesarbeitsgericht – Die Prüfungspflicht gem. § 81 Abs. 1 SGB IX besteht auch bei Einstellung eines Leiharbeitnehmers

aus Blog Hackenberger & Co, 31.05.2011
Die in § 81 Abs. 1 Satz 1 und 2 SGB IX normierte Prüf- und Konsultationspflicht des Arbeitgebers besteht auch dann, wenn der Arbeitgeber beabsichtigt, einen frei werdenden oder neu geschaffenen Arbeitsplatz mit einem Leiharbeitnehmer zu besetzen.
BAG, Beschluss vom 23.6.2010  - 7 ABR 3/09
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Tele- und Heimarbeitsplatz für schwerbehinderten querschnittsgelähmten Arbeitnehmer

aus Blog Hackenberger & Co, 19.05.2011
aus Blog Hackenberger & Co, 19.05.2011
Der sich aus § 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX ergebende Anspruch eines schwerbehinderten Menschen kann auch einen Anspruch auf Änderung des Ortes, an dem die Arbeitsleistung zu erbringen ist, einschließen.
LAG Hannover, Urteil vom 06.12.2010 - 12 Sa 860/10.
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Änderungen der Lage der Arbeitszeit

aus Blog Hackenberger & Co, 24.05.2011
Ein ausgebildeter Rettungssanitäter ist nach dem Entgelttarifvertrag der Chemischen Industrie in E7 einzugruppieren. Dies gilt zumindest dann, wenn ihm zusätzlich die Koordinierung der Sanitätsstation und die Wahrnehmung von Unternehmerpflichten nach der UVV "Allgemeine Vorschriften" übertragen wurden und er zum Medizinproduktbeauftragten im Rettungsdienst bestellt wurde.
LAG München Urteil vom 05.09.2007 - 9 Sa 1251/06.
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Tele- und Heimarbeitsplatz für schwerbehinderten querschnittsgelähmten Arbeitnehmer

aus Blog Hackenberger & Co, 19.05.2011
Der sich aus § 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX ergebende Anspruch eines schwerbehinderten Menschen kann auch einen Anspruch auf Änderung des Ortes, an dem die Arbeitsleistung zu erbringen ist, einschließen.
LAG Hannover, Urteil vom 06.12.2010 - 12 Sa 860/10.
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Schwerbehinderte: Ansprüche aus § 81 Abs. 4, Satz 3 SGB IX

aus Blog Hackenberger & Co, 02.05.2011
Ein AG darf einem Schwerbehinderten nicht krankheitsbedingt kündigen, wenn er im Rahmen seines Direktionsrecht diesen auf einen leidensgerechten Arbeitsplatz hätte umsetzen können. Auch wenn er diesen erst im Rahmen seines Direktionsrechtes durch Versetzung/Umsetzung des bisherigen Stelleninhabers freimachen machen muss.
LAG Hamm, Urteil vom 30.09.2010 - 15 Sa 416/10.
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Schwere Krankheit aufgrund der Pflege von Radaranlagen?

aus arbeitsrecht.de, 29.04.2011
Ein Radartechniker kann nur dann ein höheres Unfallruhegehalt verlangen, wenn er nachweisen kann, dass seine Erkrankung als Berufskrankheit einzustufen ist. Bei neuen Krankheitsbildern ist dafür eine umfassende Sachaufklärung erforderlich, entschied das Bundesverwaltungsgericht.
BVerwG, Urteil vom 28.04.2011 - 2 C 55.09.
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Gericht erkennt Berufskrankheit durch Computer an

aus haufe.de, 29.04.2011
Das Aachener Verwaltungsgericht hat eine Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt. Das Gericht gab damit am Donnerstag einer 42-jährigen Finanzbeamtin Recht, die dauernd am Computer arbeitete.
Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 14.04.2011 - 1 K 1203/09.
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Gleichgestellte Beamte haben keinen Anspruch auf Verkürzung der Wochenarbeitszeit nach AZV

aus Blog Hackenberger & Co, 28.04.2011
Die Möglichkeit der Verkürzung der regelmäßigen Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden nach der Arbeitszeitverordnung für Bundesbeamte gilt nur für schwerbehinderte Beamte im Sinne des SGB IX, nicht aber für Gleichgestellte.
BVerwG, Urteil vom 29.07.2010 - 2 C 17.09.
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Datenschutz: Individuelle Kennung am Computer des Betriebsrats?

aus rechtsindex.de, 20.04.2011
Der Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass die Betriebsratsmitglieder bei der Anmeldung am Personalcomputer des Betriebsrats eine persönliche Kennung verwenden, auch wenn dies in Bezug auf die Nutzung des Internets für die sonstigen Computer des Betriebs durch eine Gesamtbetriebsvereinbarung vorgeschrieben ist...
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Gericht: PC des Betriebsrates datengeschützt

aus main-spitze.de, 15.04.2011
Berlin -
Computer des Betriebsrates genießen einen besonderen Datenschutz. Betriebsräte müssen sich nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichtes Berlin Brandenburg an den Computern nicht mit ihrem Namen anmelden. Sie dürften einen Sammelcode verwenden.
LAG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 04.03.2011 - 10 TaBV 1984/10.
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Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt

aus arbeitsrecht.de, 15.04.2011
Einer Finanzbeamtin, die ständig am Computer arbeitet, steht die Anerkennung ihrer mittlerweile chronischen Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit zu. Das entschied das Verwaltungsgericht Aachen.
Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 14.04.2011 - 1 K 1203/09.
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Rückwirkende Zuerkennung von Mehrbedarf bei Merkzeichen G

aus Blog Hackenberger & Co.de, 13.04.2011
Der Autor bespricht eine Entscheidung des LSG Niedersachsen-Bremen. Streitgegenstand war die Frage, ob bei einer, erst nach mehrjährigem Klageverfahren erreichten, rückwirkenden Zuerkennung eines Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen G auch der hieran anknüpfende Mehrbedarf nach § 30 Abs. 1 Nr. 2 SGB XII für den Rückwirkungszeitraum zu gewähren ist.
LSG Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 25.02.2010 - L 8 SO 219/07...
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Kritik am deutschen Datenschutzsystem - Die Krux mit der Kontrolle der Aufsichtsbehörden

aus lto.de, 12.04.2011
Die EU-Kommission hat Deutschland aufgefordert, dass ein Urteil des EuGH zur Datenschutzaufsicht über die Privatwirtschaft unverzüglich in allen Bundesländern umgesetzt wird. Der Streit um die Unabhängigkeit der zuständigen Stellen geht damit in die nächste Runde. Vor knapp über einem Jahr hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) das System der Datenschutzaufsicht in Deutschland für nicht vereinbar mit dem Europäischen Recht erklärt.
EuGH, Urteil vom 09.03.2010 - C-518/07.
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Anspruch auf nicht-personalisierte Anmeldung am Betriebsrats-PC

aus arbeitsrecht.de, 11.04.2011
Der Betriebsrat kann die Konfiguration des Betriebsrats-PC einschließlich der Anmeldeprozedur grundsätzlich alleine bestimmen. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen des Betriebes gelten für die Arbeit am Betriebsrats-PC nur, soweit der Betriebsrat diese für sachgerecht erachtet.
LAG Berlin-Brandenburg , Beschluss vom 04.03.2011 - 10 TaBV 1984/10.
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Schwerbehinderte: Keine Kostenerstattung bei Selbstbeschaffung vor Antragstellung

aus Blog Hackenberger & Co, 07.04.2011
Schwerbehinderte haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Kostenerstattung bei Selbstbeschaffung von Hilfsmitteln vor der Antragstellung und eines positiven Bescheides des Leistungs-/Rehaträger.
Bayerisches LSG, Urteil vom 24.03.2010 - L 20 R 579/08.
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Kündigung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers in der Wartezeit

aus arbeitsrecht.de, 29.03.2011
Der Verstoß des Arbeitgebers gegen die Informationspflicht des § 90 Abs. 3 SGB IX führt nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung, sondern allenfalls zu Schadensersatzforderungen des Arbeitnehmers. Die Parteien streiten unter anderem um die Wirksamkeit einer Kündigung des schwerbehinderten Klägers in der Wartezeit.
LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 27.08.2010 - 13 Sa 988/10.
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Schwerbehindertenvertretung: Betriebsrat nicht bei jeder Zustimmung zuständig

aus arbeitsrecht.de, 29.03.2011
Die außerordentliche Kündigung des Mitglieds einer Schwerbehindertenvertretung bedarf der Zustimmung der Schwerbehindertenvertretung und nicht des Betriebsrates. Der Arbeitgeber begehrt die Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrates zur außerordentlichen Kündigung einer Arbeitnehmerin.
LAG Hamm, Beschluss vom 21.01.2011 - 13 TaBV 72/10.
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Selbstbestimmung behinderter Menschen hat Vorrang

aus Blog Hackenberger & Co, 28.03.2011
Eine Krankenkasse kann ein notwendiges Hilfsmittel nicht mit der Begründung ablehnen, der entsprechende Bedarf könne auch durch Pflegekräfte gedeckt werden. Das Landessozialgericht entschied in einem heute veröffentlichten Beschluss abweichend von der Ausgangsentscheidung des Sozialgerichts Speyer, dass dies mit dem Grundsatz der Selbstbestimmung aus dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) nicht zu vereinbaren ist.
LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.03.2011 - L 5 KR 59/11 B ER.
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Brustkrebs ist keine Berufskrankheit - Schadstoffe in Schule

aus haufe.de, 29.03.2011
Schadstoffe am Arbeitsplatz gelten nur unter bestimmten Bedingungen als Ursache für eine Berufskrankheit im Sinne des Beamtenversorgungsgesetzes. Das entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf, Urteil vom 17.01.2011 - 23 K 7945/08; 23 K 2989/09...
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Außerordentliche Kündigung der Vertrauensperson der Schwerbehinderten

aus Blog Hackenberger & Co, 23.03.2011
Die außerordentliche Kündigung des Mitglieds einer Schwerbehindertenvertretung bedarf der Zustimmung der Schwerbehindertenvertretung und nicht des Betriebsrates.
Landesarbeitsgericht Hamm, Beschluss vom 21.01.2011 - 13 TaBV 72/10.
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Schutz behinderter, aber nicht schwerbehinderter Menschen

aus Blog Hackenberger & Co, 23.03.2011
Nach dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 18. August 2006 kann sich auf die Schutzvorschriften für schwerbehinderte Menschen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB IX) nur berufen, wer unter den Anwendungsbereich dieses Gesetzes fällt.
BAG, Urteil vom 27.01.2011 - 8 AZR 580/09 und der Vorinstanz: LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 02.06.2009 - 3 Sa 499/09.
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Widerruf der Bestellung zum Beauftragten für den Datenschutz

aus bundesarbeitsgericht.de, 23.03.2011
Nach § 4 f Abs. 3 Satz 4 BDSG kann die Bestellung zum Beauftragten für den Datenschutz in entsprechender Anwendung von § 626 BGB aus wichtigem Grund widerrufen werden. Weder die Entscheidung des Arbeitgebers, zukünftig die Aufgaben eines Beauftragten für den Datenschutz durch einen externen Dritten wahrnehmen zu lassen.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 23. März 2011 - 10 AZR 562/09.

 

Recht der Teilnahme der SBV an Schulungsmaßnahmen

aus behinderungundarbeit.de, 21.03.2011
zum Thema: "Wenn ich mit meinen Latein am Ende bin - Umgang mit psychisch kranken Menschen" Die Schwerbehindertenvertretung hat das Recht zur Teilnahme an einer Schulungsmaßnahme (Seminar) zum Thema "Wenn ich mit meinen Latein am Ende bin - Umgang mit psychisch kranken Menschen".
LAG Hessen, Beschluss vom 14.01.2010 - 9 TaBVGa 229/09.
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Klagefrist bei Sonderkündigungsschutz für Schwerbehinderte

aus koeln-bonn.business-on.de, 21.03.2011
Köln-Bonn. Wir hatten bereits vor kurzem auf ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Klagefrist bei Sonderkündigungsschutz für Schwerbehinderte hingewiesen. Nach dieser Entscheidung muss sich der Arbeitnehmer zur Geltendmachung des Sonderkündigungsschutzes nach § 85 SGB IX innerhalb einer Regelfrist von drei Wochen gegenüber dem Arbeitgeber auf seine bereits festgestellte oder zur Feststellung beantragte Schwerbehinderteneigenschaft berufen.
LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.07.2010 - 1 Sa 403/09.
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Benachteiligung einer schwerbehinderten Bewerberin

aus Blog Hackenberger & Co, 18.03.2011
Teilt ein Bewerber im Bewerbungsschreiben seine Schwerbehinderung mit, ist der Arbeitgeber verpflichtet, das Bewerbungsschreiben bei seinem Eingang vollständig zur Kenntnis zu nehmen. Diese Pflicht beruht für Altfälle auf § 81 SGB IX in der bis 17. August 2006 geltenden Fassung (aF).
BUNDESARBEITSGERICHT, Urteil vom 16.09.2008 - 9 AZR 791/07.
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Kündigung des Mitglieds einer Schwerbehindertenvertretung

aus soliserv.de, 17.03.2011
Die außerordentliche Kündigung des Mitglieds einer Schwerbehindertenvertretung bedarf der Zustimmung der Schwerbehindertenvertretung und nicht des Betriebsrates.
LAG Hamm, Beschluss vom 21.01.2011 - 13 TaBV 72/10.
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Bewerbung, schwerbehinderter Mensch, Schwerbehindertenvertretung, Stellenanzeige

aus Blog Hackenberger & Co, 16.03.2011
Veröffentlicht ein Arbeitgeber über einen längeren Zeitraum eine größere Anzahl von Stellenanzeigen und unterlässt er dabei in Einzelfällen den Hinweis auf erwünschte Bewerbungen schwerbehinderter Menschen, so stellt dies kein im Rahmen des § 22 AGG erhebliches Indiz für ein diskriminierendes Verhalten dar.
LAG Köln, Urteil vom 21.01.2009 - 3 Sa 1369/08
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Diskriminierung Schwerbehinderte: Wirksamkeit von Obergrenzen für Sozialplanabfindungen nach AGG

aus arbeitsrecht.de, 10.03.2011
Die Begrenzung von Sozialplanansprüchen durch einen Höchstbetrag von 180.000 Euro stellt laut Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg weder eine unmittelbare noch eine mittelbare Benachteiligung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dar.
LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 09.12.2010 - 26 Sa 1632/10.
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Verminderter Geruchssinn als Berufskrankheit

aus arbeitsrecht.de, 10.03.2011
Das Landessozialgericht Baden-Württemberg in Stuttgart hat vermindertes Riechvermögen bei der Personengruppe der im Bereich Montage und Reparatur von Transformatoren Versicherten als mit einer Berufskrankheit vergleichbare Erkrankung eingestuft.
LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 26.01.2011 - L 2 U 4115/09.
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Entschädigungsanspruch eines schwerbehinderten Stellenbewerbers bei unterbliebener Einladung zum Vorstellungsgespräch

aus Blog Hackenberger & Co, 04.03.2011
AG und Mitarbeitervertretung (PersRat / SBV) können nicht per kollektiv-rechtlicher Vereinbarung eine Regelung, zum Thema § 82 SGB IX, treffen welche die Rechte der schwerbehinderten Bewerber gem. § 82 SGB IX beschneidet.
LArbG Frankfurt, Urteil vom 05.10.2010, 13 Sa 488/10.
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Ist die Frage nach dem Schwerbehindertenstatus in einem bestehenden Arbeitsverhältnis zulässig?

aus Blog Hackenberger & Co, 14.02.2011
In einem bestehenden Arbeitsverhältnis ist die Frage nach der Schwerbehinderung nicht generell unzulässig. Dient sie ausschließlich dazu, den Arbeitgeber im Hinblick auf bevorstehende Kündigungen über das Eingreifen von Schutzvorschriften zu Gunsten des schwerbehinderten Arbeitnehmers zu informieren (hier Zustimmung des Integrationsamtes), ist es dem Arbeitnehmer wegen widersprüchlichen Verhaltens verwehrt.
LArbG Hamm, Urteil vom 30.06.2010 - 2 Sa 49/10...
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Keine Verjährung von Urlaubsansprüchen bei Arbeitsvertragsende

aus anwalt.de, 14.02.2011
Kann Urlaub wegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nicht tatsächlich genommen werden, so ist dieser mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses abzugelten (LAG München, Urteil v. 30.11.2010 - 6 Sa 684/10). Der Kläger war zunächst befristet seit 27.8.2001 und seit 1.7.2003 in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis bis 28.2.2009 bei der Beklagten beschäftigt...
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Schutz behinderter, aber nicht schwerbehinderter Menschen

aus bundesarbeitsgericht.de, 27.01.2011
Nach dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 18. August 2006 kann sich auf die Schutzvorschriften für schwerbehinderte Menschen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB IX) nur berufen, wer unter den Anwendungsbereich dieses Gesetzes fällt..
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 27. Januar 2011 - 8 AZR 580/09

 

Verdeckte Ermittlungen durch sog. Sozialdetektiv grundsätzlich unzulässig - Ermittler in rechtlicher Grauzone

aus lto.de, 05.01.2011
Sozialbehörden müssen neugierig sein, Geheimniskrämerei und behauptete Bedürftigkeit beißen sich. Auch wer Sozialleistungen bezieht, hat aber ein Recht auf Privatsphäre und Datenschutz. Das OVG Thüringen zeigt in einem aktuellen Urteil die Grenzen der Ermittlungen von Außendienstmitarbeitern im Auftrag des Sozialstaats auf.
OVG, Urteil vom 25.11.2010 - 1 KO 527/08 ..
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Kündigung eines Arbeitnehmers wegen Krankheit und das fehlende betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)

aus koeln-bonn.business-on.de, 10.12.2010
Köln-Bonn.
Arbeitgeber dürfen einem Arbeitnehmer auch bei länger andauernder krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit nicht einfach kündigen. Sie müssen unter anderem ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement durchführen und sollten diese Verpflichtung ernstnehmen. Dies gilt auch dann, wenn es in dem Unternehmen keinen Betriebsrat gibt.
BUNDESARBEITSGERICHT Urteil vom 30.09.2010 - 2 AZR 88/09 ..
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Die Freistellung von Vertrauenspersonen der Schwerbehindertenvertretung zur Schulungsteilnahme – Anmerkung zu LAG Frankfurt; B. v. 14.01.2010 – 9 TaBVGa 229/09; Forum B - 9/2010
(eingestellt am 03.09.10)

Die Autorin berichtet über eine exemplarische Entscheidung des LArbG Frankfurt zu § 96 Abs. 4 SGB IX. Herausgearbeitet wird hier, dass ein Anspruch auf Teilnahme an einer Schulung für eine Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen nicht nur dann besteht, wenn die Schulung sich ausschließlich auf Fragen des Schwerbehindertenrechtes bezieht, sondern auch die Teilnahme an Schulungen mit anderen Themen gerechtfertigt ist, sofern dies zur Erfüllung der Tätigkeit als Vertrauensperson erforderlich ist. Die Autorin zeigt hier auch die prozessualen Besonderheiten des Eilverfahrens auf.
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LAG Frankfurt, Beschluss vom 14.01.2010 – 9 TaBVGa 229/09

Rechtsentscheidung des Veraltungsgerichts Bremen: Vertrauliche Mitteilungen von Beschäftigten an die Datenschutz-Aufsichtsbehörden
(eingestellt am 02.09.10)

aus datenschutzbeauftragter-online.de, 02.09.2010
Das Verwaltungsgericht Bremen hat in einer Entscheidung vom 30. März 2010 (Az.: 2 K 548/09) den Schutz von Informanten gestärkt: wird in Unternehmen mit personenbezogenen Daten nachlässig umgegangen und wendet sich ein Beschäftigter vertraulich an die Datenschutz-Aufsichtsbehörde, hat der Arbeitgeber nach Ansicht des Gerichts keinen Anspruch auf die Preisgabe der Identität des Informanten gegenüber der Aufsichtsbehörde. Der Beitrag erläutert, was diese Entscheidung für die Unternehmen bedeutet...
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Informationsrecht des Personalrates; betriebliches Eingliederungsmanagement

aus lexetius.com, 23.06.2010
Zur Frage, ob das Unterrichtungsschreiben des Dienststellenleiters gemäß § 84 Abs. 2 Satz 3 SGB IX nur mit Zustimmung der betroffenen Person dem Personalrat zur Kenntnis gebracht werden kann...
BVerwG, Beschluss vom 23. 06. 2010 - 6 P 8.09.

 

Kündigung: Betriebliches Eingliederungsmanagement
(eingestellt am 09.06.10)

Der Fall: Streitgegenstand ist eine krankheitsbedingte Kündigung. Die Beklagte betreibt ein Krankenhaus, in dem die Klägerin als Arbeiterin im "Zentralen Hausdienst" beschäftigt ist. Letztere fehlte wiederholt aufgrund eines Schulter-Arm-Syndroms und eines physischen Erschöpfungssyndroms.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.12.2009 - 2 AZR 400/08...
in: Betriebsrat [dbr] 06/2010
(PDF-Datei, 422 kb)

 

Ausgewählte Entscheidungen deutscher Gerichte zum Antidiskriminierungsrecht
Weiterlesen... (PDF-Datei, 308 kb)

 

Zusammenfassung ausgewählter EuGH-Entscheidungen zum Antidiskriminierungsrecht ab dem Jahr 2000 Weiterlesen... (PDF-Datei, 253 kb)

 

Die AGG-Beschwerdestelle
Handlungsmöglichkeiten des Personalrats
(eingestellt am 27.04.10)

Das AGG schreibt vor, dass Beschäftigte sich beschweren können, wenn sie sich diskriminiert fehlen. Auch wenn der Personalrat bei vder Einrichtung der Beschwerdestelle nicht mitbestimmt, kann er das Beschwerdeverfahren mitgestalten.
Ab Seite 2 ist der Artikel zu lesen! .
in: DER PERSONALRAT 02/2010
(PDF-Datei, 148 kb)

 

Deutsche Post diskriminiert Bewerber: Über 5.000 Euro Schadensersatz

aus lexisnexis.de, 20.04.2010
Erstens: Bewerbungsverfahren sind mitbestimmungspflichtig. Zweitens: Der Betriebsrat hat auf die Beachtung der zum Schutze von Arbeitnehmern geltenden Gesetze zu achten. Drittens: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist ein solches Gesetz. Letzteres wird spätestens klar bei der Betrachtung dessen, was unlängst das Arbeitsgericht Hamburg (Urteil vom 24.02.2010 - 25 Ca 282/09) zu entscheiden hatte...
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Urteil vom Landesarbeitsgericht; Surfen am Arbeitsplatz ist nicht zwingend ein Kündigungsgrund

aus pcgameshardware.de, 19.04.2010
Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschied in einem aktuellen Urteil, dass die private Nutzung des Internets kein automatischer Kündigungsgrund ist. Der angeklagten Person wurde vorgeworfen, während der Arbeitszeit im Internet privat gesurft zu haben...
Landesarbeitsgericht Mainz, Urteil vom 26.02.2010 - 6 Sa 682/09...
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Arbeitsrecht: Deutsche Kündigungsfristen verstoßen gegen EU-Recht - Verbot der Diskriminierung wegen des Alters

aus haufe.de, 19.01.2010
Im deutschen Arbeitsrecht müssen die gesetzlichen Kündigungsfristen geändert werden. Der Europäische Gerichtshof entschied am 19. Januar in Luxemburg, dass die bisher geltende Regelung, wonach bei den Kündigungsfristen die Beschäftigungszeiten erst vom 25. Lebensjahr an berücksichtigt werden, gegen das EU-Recht verstoße.
EuGH, Urteil vom 19.01.20010 - C-555/07.

 

Anforderungen an das BEM gemäß § 84 II SGB IX

aus rechtsanwalt-karlsruhe.com, 10.12.2009
Das Gesetz (§ 84 II SGB IX) schreibt für das BEM weder bestimmte Mittel vor, noch beschreibt es bestimmte Ergebnisse, die das Eingliederungsmanagement haben muss oder nicht haben darf. Es besteht keine Verpflichtung, eine Verfahrensordnung aufzustellen.
BUNDESARBEITSGERICHT Urteil vom 10.12.2009 - 2 AZR 198/09.
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Richter erklären Tarifverträge zur Zeitarbeit für unwirksam

aus handelsblatt.com, 08.12.2009
BERLIN.
Die christlichen Zeitarbeits-Gewerkschaften können nach einem Beschluss des Berliner Landesarbeitsgerichts keine Tarifverträge mit Arbeitgebern abschließen. Dies hat das Gericht gestern in zweiter Instanz entschieden. Es bestätigte damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Berlin...
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Arbeitgeber darf Weihnachtsgeld nicht einfach ändern

aus sueddeutsche.de, 07.12.2009
Erfurt/Hamm
- Haben Arbeitnehmer jahrelang Weihnachtsgeld bekommen, darf der Arbeitgeber es ihnen nicht plötzlich verweigern. Wurde das Geld dreimal ohne Vorbehalte gezahlt, gilt das als gängige betriebliche Praxis. Dann haben Beschäftigte einen Anspruch darauf, es auch weiterhin zu erhalten. Das kann der Arbeitgeber nicht einfach durch eine Betriebsvereinbarung ändern, wie das Bundesarbeitsgericht in Erfurt geurteilt hat (Az.: 10 AZR 483/08). Darauf weist die Fachzeitschrift «der betriebsrat» hin...
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Verfallsklauseln bei Lohnnachforderungen zulässig

aus ruhrnachrichten.de, 09.09.2009
Mainz - Wartet ein Arbeitnehmer mit berechtigten Lohnnachforderungen zu lange, geht er leer aus. Denn nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz sind sogenannte Verfallsklauseln in Tarifverträgen zulässig. Eine Ausnahme gelte nur, wenn der Arbeitgeber "treuwidrig" den Mitarbeiter immer wieder vertröstet oder zugesagt habe, er werde auch noch nach Ablauf der Frist zahlen (Aktenzeichen: 9 Sa 697/08).

 

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz: Jüngere Arbeitnehmer dürfen im Tarifvertrag nicht beim Gehalt benachteiligt werden

eingestellt am, 25.08.2009
Eine tarifliche Regelung, wonach sich die Höhe der Grundvergütung nach Lebensaltersstufen bemisst, ist wegen unmittelbarer Benachteiligung auf Grund des Alters nach den §§ 1 und 3 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes unwirksam.
Dies geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgericht Frankfurt hervor (Urteil vom 22.04.2009 - 2 Sa 1689/08)

 

"Bitte nur Berufsanfänger!" – Altersdiskriminierung in Stellenanzeigen - Betriebsrat geht gegen den Arbeitgeber vor

aus haufe.de, 21.08.2009
Interne Stellenausschreibungen, die sich nur an Berufsanfänger richten, können eine unzulässige mittelbare Altersdiskriminierung darstellen. Gegen solche Ausschreibungen kann auch der Betriebsrat gegen den Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht vorgehen.
BAG, Beschluss vom 18.8.2009 - 1 ABR 47/08.

 

Bestimmtheitserfordernis des § 253 Abs 2 Nr 2 ZPO - Mitbestimmung bei betrieblichem Eingliederungsmanagement

aus bundesarbeitsgericht.de, 18.08.2009
Die Beteiligten streiten über Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats beim betrieblichen Eingliederungsmanagement iSv. § 84 Abs. 2 SGB IX. 2 Die Arbeitgeberin ist eine Privatkundenbank mit mehreren Standorten in der Bundesrepublik Deutschland.
BUNDESARBEITSGERICHT Beschluß vom 18.08.2009 - 1 ABR 45/08.

 

Forum B Diskussionsbeitrag Nr. 14/2009:
Anmerkungen zu Beginn und Dauer der Verpflichtung ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen (Zitiervorschlag: Gagel, Dr. A. „Anmerkungen zu Beginn und Dauer der Verpflichtung ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen“ in Diskussionsforum B, Beitrag 14/2009 auf www.iqpr.de)

eingestellt am, 04.08.2009
Der Autor bespricht hier ein Urteil des Arbeitsgerichts Berlin vom 29.01.2009, nach dessen Kernaussage ein betriebliches Eingliederungsmanagement schon dann ansetzen muss, wenn erkennbar wird, dass der Arbeitnehmer seine bisherige Tätigkeit nicht mehr wird ausüben können. Das BEM ist nicht mit einer einmaligen Prüfung der beruflichen Einsatzmöglichkeiten beendet, sondern es muss vielmehr dauernd beobachtet werden, ob sich aufgrund betriebsinterner Veränderungen oder Veränderungen in der beruflichen Qualifikation andere Einsatzmöglichkeiten ergeben. Nach der Rechtsprechung des Arbeitsgerichts Berlin kann daher die Verhältnismäßigkeit einer Kündigung nur dann bejaht werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass auch bei rechtzeitiger Durchführung eines BEM keine Erfolgsaussichten bestanden hätten. Der Autor schließt hieraus, dass ein BEM erst Beendet ist, wenn der Arbeitnehmer eingegliedert ist, oder aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.
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Krankheitsbedingte Kündigung - dauernde Leistungsunfähigkeit - Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements - Weiterbeschäftigungsmöglichkeit nach erfolgreicher Umschulung

aob-bremen.de, 04.08.2009
Das Arbeitsgericht Berlin stellt die Unwirksamkeit eienr krankheitsbedingten Kündigung fest, weil der Arbeitgeber seinen Beweis- und Darlegungspflichten nicht nachgekommen ist. Er dürfe sich nicht durch die fehlende Durchführung eines BEM beweis- und darlegungsrechtliche Vorteile verschaffen. Es sei vielmehr von vornherein ein umfassender konkreter Sachvortrag des Arbeitgebers erforderlich, weshalb eine Weiterbeschäftigung auf einem leidensgerechten Arbeitsplatz zu den bisherigen oder geänderten Arbeitsbedingungen nicht möglich ist. Das Gericht stellt auch fest, dass ein BEM zeitnah nach dem Erreichen der 6-Wochenfrist durchzuführen ist (vgl. Rdnr. 30). Das Urteil des Arbeitsgerichts Berlin ist zur Revision beim Landesarbeitsgericht Berlin zugelassen...
Urteil vom ArbG Berlin, 29.01.2009 – 33 Ca 16090/08 - Langfassung -

 

Zur Frage ob der Personalrat bzw. Betriebsrat ein Informationsrecht hat, wenn Beschäftigte die Voraussetzung von § 84 Abs. 2 SGB IX erfüllen

aob-bremen.de, 03.08.2009
Die Frage, ob der Personalrat bzw. Betriebsrat ein Informationsrecht hat, wenn Beschäftigte die Voraussetzung von § 84 Abs. 2 SGB IX erfüllen, wird in der Rechtsprechung noch uneinheitlich entschieden. Begrenzt das Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen das Informationsrecht der Interessenvertretung?

In dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom November 2008 zeichnet sich jetzt die Tendenz ab, dass wohl ein Informationsrecht des Personal- oder Betriebsrats darüber besteht, wer die Voraussetzungen des BEM erfüllt, darüber hinausgehende Information und Beteiligung der Interessenvertretung werden jedoch von der Zustimmung des betroffenen Beschäftigten abhängig gemacht...
Oberwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 20.11.2008 – OVG 60 PV 9.07. - Langfassung -

 

Kampagne Emmely: Die Klassenjustiz schlägt zurück!

aus scharf-links.de, 30.07.2009
Es war zu erwarten: Die bundesweite Berichterstattung zum sog. Fall „Emmely“ konnte durch die offizielle Rechtsprechung nicht unkommentiert bleiben. Dass Richter und „herrschende Meinung“ kein Verständnis für die Solidarität zugunsten der Verkäuferin „Emmely“ haben würden, war klar. Immerhin handelte es sich bei dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin gegen die bei „Kaisers“ entlassene Kollegin Emmely in der Tat um eine seit gut 54 Jahren gefestigte Rechtsprechung handelt...
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«Emmely»-Kündigung geht in die höchste Instanz

aus sueddeutsche.de, 28.07.2009
Erfurt - Der Fall der gekündigten Berliner Supermarkt- Kassiererin «Emmely» geht in die höchste Instanz beim Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Es ließ am Dienstag wegen grundsätzlicher Bedeutung ein Revisionsverfahren zu (Az.: 3 AZN 224/09)...
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Wenn Praktikanten zu Arbeitnehmern werden - Mit dem Ziel einer Festanstellung lassen sich Studienabgänger monatelang von begehrten "Ausbildern" ausbeuten

aus welt.de, 27.07.2009
In vielen attraktiven Branchen herrscht die Unsitte, Praktikanten "auszubeuten". Gegen eine geringe oder auch gar keine Vergütung werden sie wie Vollzeitarbeitskräfte eingesetzt. Doch immer wieder schieben Gerichte dem einen Riegel vor. Erst Ende letzten Jahres hatte das Arbeitsgericht Kiel (Urteil vom 19.11.2008, Az: 4 Ca 1187d/08) einem ehemaligen Praktikanten im Nachhinein mehr als 10 000 Euro für seine "Praktikum" zugesprochen. Die Entscheidung ist inzwischen rechtskräftig...
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Schlecht informiert - Urteil zu Siemens (BenQ)

aus sueddeutsche.de, 23.07.2009
Gerichtsurteil mit Tragweite: Siemens muss ehemalige BenQ-Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Sie sind nicht ausreichend über den Verkauf der Tochterfirma informiert worden - eine späte Genugtuung. Für Michael Gerber ist das Urteil des Bundesarbeitsgerichts eine späte Genugtuung. Der 59-Jährige kämpft seit fast drei Jahren um seinen Job. Jetzt hat ihm das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 23. Juli 2009 - 8 AZR 357/08 - recht gegeben...
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Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei Errichtung und Ausgestaltung einer Beschwerdestelle nach dem AGG

aus badische-zeitung.de, 23.07.2009
Der erste Senat des Bundesarbeitsgerichts hat nunmehr über die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei Einführung einer Beschwerdestelle nach AGG entschieden. Trotz Abweisung der Rechtsbeschwerde eines örtlichen Betriebsrates - nach Auffassung des BAG ist in der entschiedenen Fallkonstellation der Gesamtbetriebsrat zuständig - hat das BAG festgestellt, dass der Betriebsrat bei der Einführung und Ausgestaltung des Verfahrens im Rahmen der Beschwerdestelle, in dem Arbeitnehmer ihr Beschwerderecht nach dem AGG wahrnehmen können, mitzubestimmen hat...
Bundesarbeitsgericht, Beschluß vom 21. Juli 2009 - 1 ABR 42/08...
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Fristlose Kündigung eines Admins nach unrechtmäßiger Weitergabe von Daten neu
(eingestellt am 27.04.10)

Rechtswirksamkeit einer fristlosen Kündigung sowie die Entfernung zweier Abmahnungen aus der Personalakte des Klägers. Der am 00.00.0000 geborene Kläger ist seit 1. Juli 1996 bei der Beklagten als haustechnischer Revisor zu einem monatlichen Bruttoeinkommen von zuletzt 4.133,03 € beschäftigt. Sein Aufgabengebiet erstreckte sich zuletzt auch auf die Funktion eines Systemadministrators...
LAG München, Urteil vom 08.07.2009 - 11 Sa 54/09
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Mithören von Telefongesprächen - Beweisverwertungsverbot neu
(eingestellt am 27.04.10)

Ermöglicht bei einem Telefongespräch einer der Gesprächspartner einer im Raum befindlichen weiteren Person zielgerichtet, das Gespräch heimlich mitzuhören, indem er z.B. den Raumlautsprecher des Telefons anstellt oder das Gerät vom Ohr weghält, verletzt er das Persönlichkeitsrecht des Gesprächspartners.
BUNDESARBEITSGERICHT, Urteil vom 23.04.2009, 6 AZR 189/08...
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Filialbetriebsrat hat Anspruch auf Internetzugang

aus business-on.de, 31.03.2009
Stuttgart
- Arbeitgeber müssen auch dem Betriebsrat einer Unternehmensfiliale einen Internetzugang zur Verfügung stellen. Ohne das Internet könnten sich Arbeitnehmervertreter kaum aktuell über Gesetzesänderungen und neue Urteile der Arbeitsgerichte informieren.
LAG Baden-Württemberg, Beschluss vom 18. Februar 2009 - 12 TaBV 17/08...
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Bezahlter Urlaub auch bei langer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit

aus igmetall-bayern.de, 27.03.2009
Urlaub, der wegen Krankheit nicht genommen werden konnte, war nach bisheriger ständige Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts längstens bis zum 31. März des Folgejahres übertragbar. In einem aktuellen Urteil hat das Bundesarbeitsgericht diese Rechtsprechung jetzt geändert: Damit setzten die Erfurter Richter ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 20. Januar dieses Jahres um und gaben ihre bislang gegenteilige Rechtsprechung auf. Dabei begrenzte das BAG den Schutz aber auf den gesetzlichen Mindesturlaub (Az: 9 AZR 983/07)...
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Gewerkschaftsbonus in Tarifverträgen zulässig

aus igmetall-bayern.de, 20.03.2009
Ohne Gewerkschaftsmitglieder gäbe es keine Tarifverträge, aber auch Nichtmitglieder profitieren von dem, was die Gewerkschaften erkämpft haben. Ob in Tarifverträgen auch Regelungen festgeschrieben werden dürfen, die nur Gewerkschaftsmitglieder begünstigen, war lange Zeit juristisch strittig. Jetzt hat das Bundesarbeitsgericht die Zulässigkeit „einfacher Differenzierungsklauseln“ bestätigt...
(Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18. März 2009 - 4 AZR 64/08).
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Interessante Urteile des BAG
vom 21.03.2009

  • Keine Zeitgutschrift bei Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter während der Gleitzeit
    Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 22.01.2009 - 6 AZR 78/08

  • Gewerkschaftswerbung per E-Mail
    Bundesarbeitsgericht, vom 20.01.2009 - 1 AZR 515/08

  • Ungleichbehandlung - eingetragene Lebenspartnerschaft– Hinterbliebenenrente
    Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.11.2008 - 3 AZR 20/07

  • Schriftlichkeit - Mitbestimmung bei Umgruppierung -
    Zustimmungsverweigerung in Textform - § 99 - § 126b BGB

    Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.12.2008 - 1 ABR 79/07

  • Anspruch auf Arbeitszeitverlängerung, Teilzeit
    Bundesarbeitsgericht, Urteil vom vom 16.09.2008 - 9 AZR 781/07

  • Einigungsstellenspruch - Videoüberwachung – Verhältnismäßigkeit
    Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 28.08.2008 - 1 ABR 16/07 und viele weitere Urteile...
    in SoliSeminar-Ausgabe 03/2009
    als PDF-Datei, 1,3 MB

 

 

Kündigungsschutz und Altersdiskriminierung

aus Bundesarbeitsgericht, 23.02.2009
Die Diskriminierungsverbote des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (§§ 1 - 10 AGG) finden im Rahmen des Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz Anwendung. Eine Kündigung, die ein Diskriminierungsverbot verletzt, kann daher sozialwidrig und damit unwirksam sein (§ 1 KSchG).
BAG, Urteil vom 06.11.2008 - 2 AZR 701/07

 

Förderung der Bewerbung von Frauen keine Diskriminierung

aus anwaltauskunft.de, 13.02.2009
Düsseldorf/Berlin
- Ein Hinweis in Stellenanzeigen, dass Bewerbungen von Frauen besonders willkommen seien, ist nicht unbedingt eine Benachteiligung männlicher Bewerber. Voraussetzung ist, dass in der für die Stelle maßgeblichen Vergleichsgruppe Frauen unterrepräsentiert sind. Über ein entsprechendes Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 12. November 2008 (AZ: 12 Sa 1102/08) informiert die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV)...
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Landesarbeitsgericht weist Diskriminierungsklage bei Sony BMG ab - Streit um Aussagekraft von Statistiken

aus 123recht.net, 12.02.2009
Berlin-Brandenburg
- Die Richter beim Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg sind sich offenbar uneinig über die Aussagekraft von Statistiken bei Diskriminierungsklagen. Die Aussagekraft sei eher "begrenzt", heißt es in einem am Donnerstag verkündeten Urteil des Zweiten LAG-Senats. Er widersprach damit einem Urteil des 15. Senats und wies die Beförderungsklage einer Mitarbeiterin des Musikriesen Sony-BMG ab. (Az: 2 Sa 2070/08)...
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AGG: Fluggesellschaft muß Bordrollstuhl mitführen

aus hwelt.de, 10.02.2009
Hamburg - Das Amtsgericht Hamburg hat in einem Eilverfahren die Rechte behinderter Flugpassagiere gestärkt: Sie haben ein Recht auf Zugang zur Bordtoilette. Der Kieler Kay Macquarrie hat vor dem Amtsgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen die Fluglinie KLM erwirkt...
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Helios-Klinikum erleidet mit Kündigung Schiffbruch - Arbeitsgericht: Häufig kranke Klinikum-Mitarbeiterin muss weiterbeschäftigt werden

aus wz-newsline.de, 07.01.2009
Krefeld.
Das Helios-Klinikum ist am Dienstag mit der fristlosen Kündigung einer Reinigungskraft vor dem Arbeitsgericht gescheitert. Dem Arbeitgeber waren die hohen Fehlzeiten der Arbeitnehmerin ein Dorn im Auge – aus Krankheitsgründen hatte die Beschäftigte Jahr für Jahr stets eine dreistellige Zahl an Arbeitstagen gefehlt...
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Die diskriminierende Kündigung und der Kündigungsschutz - ein 'Glücksfall' für die Arbeitnehmer?

aus pr-inside.com, 03.01.2009
Mehr und mehr Arbeitnehmer machen vor den Arbeitsgerichten geltend, dass die ihnen gegenüber ausgesprochene Kündigung unwirksam sei, weil die Kündigung sie wegen ihres Alters, ihres Geschlechts oder sonstiger Merkmale diskriminiere.
(BAG, Urteil v. 6.11.2008, 2 AZR 701/07)...
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Casino Berlin muss Entschädigung wegen Diskriminierung zahlen

aus kobinet-nachrichten.org, 08.10.08
Berlin - Das Casino Berlin muss eine Entschädigung wegen Diskriminierung an einen HIV-positiven Mitarbeiter zahlen. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in einem gestern mitgeteilten Berufungsurteil entschieden...
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Betriebliches Eingliederungsmanagement - Kündigung - Beteiligung des BR

Versäumt der Arbeitgeber im Vorfeld einer krankheitsbedingten Kündigung die ordnungsgemäße Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements, so kann dies zur Sozialwidrigkeit der Kündigung führen.

Arbeitsgericht Marburg Az.: 2 Ca 466/07

 

Anspruch auf Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung

aus Bundesarbeitsgericht.de, 25.08.2008
Der Arbeitgeber hat nach § 5 Abs. 1 ArbSchG durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Der Kläger verlangt die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung nach bestimmten Kriterien und Methoden, hilfsweise die Ausübung des Initiativrechts der Beklagten gegenüber dem Betriebsrat.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12. August 2008 - 9 AZR 1117/06

 

Arbeitsrecht: AGG - Ungleichbehandlung wegen des Lebensalters bei Stellenausschreibungen - Unterlassungsanspruch des Betriebsrates

aus perspektive-mittelstand.de, 25.08.2008
Das LAG Hessen hat in einer jüngeren Entscheidung festgestellt, dass dem Betriebsrat im Falle der Ungleichbehandlung wegen des Lebensalters bei Stellenausschreibungen ein Unterlassungsanspruch zusteht. In seinem Beschluss stellt das LAG Hessen fest, dass der Betriebsrat bei groben Verstößen gegen die §§ 11, 7, 1 AGG gemäß §§ 17 II AGG, 23 III BetrVG einen Unterlassungsanspruch gegen den Arbeitgeber hat.

Quelle: LAG Hessen, Beschluss vom 06.03.2008 - 9 TaBV 251/07

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Krankenrückkehrgespräche und BEM
Zum Ablöseprinzip bei Betriebsvereinbarungen

Im Artikel lesen Sie

in: AiB 7-8/2008
(PDF-Datei, 1,8 MB)

 

Forum B Diskussionsbeitrag Nr. 13/2008: Krankenrückkehrgespräche durch das Betriebliche Eingliederungsmanagement abschaffen: Zum Ablöseprinzip bei Betriebsvereinbarungen

Der Beitrag von Eberhard Kiesche im Diskussionsforum B des Instituts für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (Köln) behandelt eine in der Rechtspraxis immer wieder umstrittene Frage: das Verhältnis zwischen Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) und dem aus der Zeit vor dem BEM stammenden Instrument „Krankenrückkehrgespräch“. Aus Betriebsratsperspektive stellt Dr. Kiesche die Zusammenhänge dar und vertritt unter anderem die These, dass Krankenrückkehrgespräche seit Inkrafttreten des § 84 Abs. 2 SGB IX zumindest teilweise unzulässig sind. In der Folge werden Möglichkeiten aufgezeigt, bestehende Betriebsvereinbarungen zu Krankenrückkehrgesprächen durch Vereinbarungen zum BEM zu ersetzen.
in: Forum B Diskussionsbeitrag Nr. 13 vom Juli 2008
(PDF-Datei, 69 kb)

 

Verhaltensbedingte / Krankheitsbedingte Kündigung
Betriebliches Eingliederungsmanagements (BEM)

Die Durchführung des Präventionsverfahrens nach § 84 SGB IX ist keine formelle Wirksamkeitsvoraussetzung für den Ausspruch einer Kündigung gegenüber einem schwerbehinderten Menschen. Das Erfordernis eines betrieblichen Eingliederungsmanagements nach § 84 Abs. 2 SGB IX besteht für alle Arbeitnehmer, nicht nur für behinderte Menschen.
in: AiB
(PDF-Datei, 103 kb)

 

Stärkung der Informationsrechte des Betriebsrates in Fragen der Entlohnung

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat in 2006 (Beschluß vom 10.10.2006 - 1 ABR 68/05) über den Unterrichtungsanspruch gemäß § 80 Abs. 2 Satz 1 und 2 BetrVG die Informationsrechte des Betriebsrates in Fragen der Entlohnung gestärkt.

Gerade im Bereich der Entlohnung (hier Zulagen) hat der Betriebsrat Aufgaben und Mitbestimmungsrechte und kann § 80 Abs. 2 Satz 1 BetrVG (Unterrichtungsanspruch) nutzen, um speziell auf Zulagen, Eingruppierung und Entlohnung bezogene Informationen vom Arbeitgeber zu fordern. Dieser muss die Informationen dann auch schriftlich geben. Der Unterrichtsanspruch wird auch nicht durch das Einblicksrecht gemäß § 80 Abs. 2 Satz 2, 2. Halbsatz BetrVG verdrängt (Leitsatz).

Der Betriebsrat kann insofern vom jeweiligen Arbeitgeber z. B. verlangen, dass ihm die Entlohnungsstruktur nach Alter und Geschlecht der Beschäftigten aufschlüsselt wird, damit er die Einhaltung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) überwachen kann.

Schlussfolgerung aus dem Beschluss: Der Betriebsrat macht die Überwachung des Gleichbehandlungsgrundsatzes bei der Entlohnung gemäß § 75 Abs. 1 BetrVG i. V. mit § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG demnächst zum wichtigen Thema und wird seinen Informationsanspruch nach § 80 Abs. 2 Satz 1 BetrVG intensiv nutzen. Das eingeschränkte Einblicksrecht in die Bruttolöhne und –gehälter in § 80 Abs. 2 Satz 2 2. Halbsatz begrenzt nach dieser BAG-Entscheidung nicht den Betriebsrat in seinen Informationsrechten.
Ausführlicher wird die Thematik von Rudolf Buschmann, Kassel, in RdA 1/2008, S. 38 – 41 dargestellt.

 

Videoüberwachung

Im Einzelhandel werden, wie aktuell vielfach belegt, Mitarbeiter heimlich überwacht, durch Detektive und mit dem Einsatz von Videoanlagen. Es ist daran zu erinnern, dass das Bundesarbeitsgericht (BAG) in 2 Entscheidungen von zwei Senaten sehr strenge Maßstäbe an die Rechtmäßigkeit von Videoüberwachung stellte (Entscheidungen vom 29.6.2004 – Poststelle - und 27.3.2003 - Pfandflaschen). Heimliche Videoüberwachung ist prinzipiell verboten. Nur in einer notwehrähnlichen Situation kann es dazu kommen, dass Beweismittel wie heimliche Videoaufzeichnungen dann vom Arbeitgeber noch vor Gericht genutzt werden dürfen. Ansonsten herrscht ein Beweisverwertungsverbot. Die beiden Entscheidungen verdeutlichen heutzutage erschreckend, wie extrem bei Lidl außerhalb der Rechtsordnung gehandelt und wie tief dabei das Persönlichkeitsrecht der Beschäftigten verletzt wurde. Der folgende Aufsatz von Matthias Wilke (dtb Kassel) zur Rechtsprechung des BAG führt in die Argumentation des BAG zur Videoüberwachung ein.
in: RdV 03/2005
(PDF-Datei, 125 kb)

 

Bundesverfassungsgericht: Eilantrag in Sachen "Vorratsdatenspeicherung" teilweise erfolgreich
vom 19.03.2008

Das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung vom 21. Dezember 2007 dient unter anderem dazu, die Richtlinie der Europäischen Union über die Vorratsdatenspeicherung in deutsches Recht umzusetzen. Zu diesem Zweck enthält sein Art. 2 Änderungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Gegenstand der von acht Bürgern erhobenen Verfassungsbeschwerde sind die neu geschaffenen §§ 113a, 113b TKG. § 113a TKG regelt die Speicherungspflicht für Daten...
Weiterlesen bei www.bundesverfassungsgericht.de

Volltext BVerG, Beschluss, vom 11. März 2008 - 1 BvR 256/08

 

Bundesverfassungsgericht: Hessische und schleswig-holsteinische Vorschriften zur automatisierten Erfassung von Kfz-Kennzeichen nichtig
vom 11.03.2008

Die Verfassungsbeschwerden mehrerer Kraftfahrzeughalter gegen polizeirechtliche Vorschriften in Hessen und Schleswig-Holstein, die zur automatisierten Erfassung der amtlichen Kfz-Kennzeichen ermächtigen (vgl. Pressemitteilung Nr. 94 vom 27. September 2007), waren erfolgreich. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat mit Urteil vom 11. März 2008 die angegriffenen Vorschriften für nichtig erklärt, da sie das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Beschwerdeführer in seiner Ausprägung als Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzen.
Weiterlesen bei www.bundesverfassungsgericht.de

Volltext BVerG, Urteile vom 11.03.2008 - 1 BvR 2074/05 und - 1 BvR 1254/07

 

Bundesverfassungsgericht: Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz NRW zur Online-Durchsuchung und zur Aufklärung des Internet nichtig
vom 27.02.2008

Die Verfassungsbeschwerden einer Journalistin, eines Mitglieds des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Partei DIE LINKE und dreier Rechtsanwälte gegen Vorschriften des Verfassungsschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (vgl. Pressemitteilung Nr. 82/2007 vom 27. Juli 2007) sind, soweit sie zulässig sind, weitgehend begründet. Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat mit Urteil vom 27. Februar 2008 die Vorschriften zur Online-Durchsuchung sowie zur Aufklärung des Internet für verfassungswidrig und nichtig erklärt...
Weiterlesen bei www.bundesverfassungsgericht.de

Volltext BVerG, Beschluss vom 27.02.2008 - 1 BvR 370/07 und - 1 BvR 595/07

 

AGG: Entschädigungszahlung wegen Benachteiligung wegen der Religion
vom 05.02.2008

Das Arbeitsgericht Hamburg hat in einer Entscheidung vom 4. Dezember 2007 (Aktenzeichen 20 Ca 105/07) die Arbeitgeberin zur Zahlung einer Entschädigung gemäß § 15 Abs. 2 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) in Höhe von 3 Monatsverdiensten verurteilt, weil sie die Bewerberin im Einstellungsverfahren wegen ihrer Religion benachteiligt habe.
Weiterlesen bei www.juraforum.de

 

BAG-Urteil zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM)

Krankheitsbedingte Kündigung - betriebliches Eingliederungsmanagement

Endlich ist die Langfassung des Bundesarbeitsgericht-Urteils vom 12. Juli. 2007 – 2 AZR 716/06 da.

In dem konkreten Sachverhalt ging es vor allem um die Frage, ob vor Ausspruch einer krankheitsbedingten Kündigung ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchgeführt werden muss, damit die Kündigung wirksam wird.

Zwar hält das BAG fest, dass BEM keine Wirksamkeitsvoraussetzung für eine krankheitsbedingte Kündigung sei. Aber: § 84 Abs. 2 SGB IX sei auch keine Vorschrift, die in jedem Fall folgenlos bleibe. Durch die Durchführung eines BEM könne erkannt werden, ob es mildere Mittel als die Kündigung gebe. Die Regelung des § 84 Abs. 2 SGB IX stelle eine Konkretisierung des dem gesamten Kündigungsschutzrecht innewohnenden Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes dar. Eine Kündigung ist also nur erforderlich (ultima ratio), wenn sie nicht durch mildere Maßnahmen zu vermeiden ist. Zudem stellt das BAG fest, dass das BEM für alle Beschäftigten gelte und dass Arbeitgeber künftig mit einer verschärften Darlegungs- und Beweispflicht rechnen müssen, wenn sie krankheitsbedingt kündigen wollen. Das Urteil ist bahnbrechend und führte bereits seit Juli 2007 dazu, dass Arbeitgeber endlich ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen und § 84 Abs. 2 SGB IX verstärkt umsetzen mussten. Betriebs- und Personalräte sind gefordert.
Weiterlesen bei www.bag.de

 

Ruhepausen in sozialen Einrichtungen

Gesetzlich garantierte Ruhepausen in sozialen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenheime, Werkstätten für behinderte Menschen oder Kindertagesstätten sind von besonderer Bedeutung und großem Wert für die Beschäftigten. Oftmals macht es den Arbeitnehmern erhebliche Probleme, ihren rechtlichen Anspruch auf Ruhepausen tatsächlich durchzusetzen.
Weiterlesen in Langfassung

 

Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten
Schlechtere Bezahlung von Mehrarbeit kann gegen Grundsatz der Entgeltgleichheit verstoßen
vom 18.12.07

Erhalten Teilzeitbeschäftigte für Arbeitsstunden, die sie über ihre individuelle Arbeitszeit hinaus bis zur Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten leisten, eine schlechtere Bezahlung als die reguläre Vergütung der Vollzeitbeschäftigten, so kann dies gegen den Grundsatz der Entgeltgleichheit verstoßen. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Regelung (hier: im deutschen Beamtenrecht) erheblich mehr weibliche als männliche Beschäftigte betrifft.
Volltext EuGH-Urteil, vom 06.12.02007 - C-300/06

 

Bundesarbeitsgericht: Ansprüche wegen „Mobbing”
vom 25.10.2007

Ein Oberarzt, der durch den Chefarzt seiner Abteilung in seiner fachlichen Qualifikation herabgewürdigt wird und deshalb psychisch erkrankt, hat gegen seinen Arbeitgeber Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Entlassung des Chefarztes kann er im Regelfall nicht verlangen. Anspruch auf das Angebot eines gleichwertigen Arbeitsplatzes, an dem er nicht mehr den Weisungen des bisherigen Chefarztes untersteht, hat der Oberarzt nur dann, wenn ein solcher Arbeitsplatz in der Klinik vorhanden ist...
Weiterlesen beim BAG, Urteil vom 25. Oktober 2007 - 8 AZR 593/06

 

Arbeit auf Abruf nach § 12 Abs. 1 Satz 2 TZBfG und Urteil des BAG vom 07.12.2005 - 5 AZR 535/04

Arbeit auf Abruf oder kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit muss aus Arbeitnehmersicht möglichst verhindert werden. Die gesamte Kommentierung[1] und bisherige Rechtsprechung auch des BAG hat bislang eine Bandbreitenregelung, wie von vielen Arbeitgebern gewollt, für unzulässig erklärt.

Inzwischen hat der 5. Senat des BAG in seiner Entscheidung vom 7.12.2005 - 5 AZR 535/04 diese Rechtsprechung verändert.
Nach dem BAG kann jetzt in einem vorformulierten Arbeitsvertrag vereinbart werden, dass der AG die vom AN zu erbringende wöchentliche Arbeitszeit um bis zu 25 % einseitig erhöhen und um bis zu 20 % verringern kann. Dem stehe die Gesetzesbestimmung über Abrufarbeit in § 12 Abs. 1 Satz 2 TzBfG nicht entgegen.
Diese Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung steht im Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und zum Grundgesetz.[2] Was kann der Betriebsrat in dieser Situation tun?

Eindeutig geklärt ist, dass der Betriebsrat bei Abrufarbeit ein Mitbestimmungs- und Initiativrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG hat. Dabei geht es auch um die grundsätzliche Frage, ob der Arbeitgeber Abrufarbeit einführen darf. Das BAG vom 28.9.1989 - 1 ABR 41/87[3] hat dem Betriebsrat die Möglichkeit eröffnet, die Abrufarbeit mitzubestimmen und ggf. auch die Einigungsstelle anzurufen.[4] Die Möglichkeit ist eröffnet, über den Abschluss einer Betriebsvereinbarung die Abrufarbeit kollektivrechtlich möglichst sozialverträglich zu gestalten.

 

Fussnoten:
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[1] Vgl. Holwe, Kossens, Pielenz, Räder, Teilzeit- und Befristungsgesetz, Basiskommentar; § 12 TzBfG , Rundnummer 15, Köln 2004, S. 87f

[2] Vgl. Decuppe, Utes, Arbeitszeitpolitik durch die Judikatur? Eine kritische Betrachtung der Entscheidung des BAG v. 7.12.2005, AuR 10/2006, 347ff

[3] NZA 1989, 184; Portal für den Betriebsrat mit Forum für Betriebsräte, "Der Betriebsrat hat nach § 87 Abs 1 Nr 2 BetrVG über die Frage mitzubestimmen, ob Teilzeitkräfte zu festen Zeiten oder nach Bedarf beschäftigt werden sollen. Az: BAG 1 ABR 41/87 Urteilstext.

[4] DiAG-Info Rechtsprechung zur Betriebsverfassung; "Mitbestimmungsrecht bei Bedarfsarbeit; Leitsatz:
Der Betriebsrat hat nach § 87 Abs 1 Nr 2 BetrVG über die Frage mitzubestimmen, ob Teilzeitkräfte zu festen Zeiten oder nach Bedarf beschäftigt werden sollen. Urteil: Az: BAG 1 ABR 41/87".

 

Kündigung von Admins nach unrechtmäßiger Weitergabe von Daten neu
(eingestellt am 27.04.10)

Öffnet ein Systemadministrator ohne Erlaubnis nicht an ihn gerichtete E-Mail, kann eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein. Die Parteien streiten um die Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung der Beklagten. Er war mit umfassenden Zugriffsrechten ausgestattet, die ihm ermöglichten, den gesamten internen und externen E-Mail Verkehr der Beklagten einzusehen...
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